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Der Untergang in Zeitlupe

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Der Untergang des Euro erfolgt scheinbar in Zeitlupe. Ich kenne diese Szene aus vielen Filmen: Ein Boot steuert auf einen Wasserfall zu, die Besatzung, der Gefahr wohl bewusst, unternimmt hingegen nichts. Das Problem? Die Kommandostruktur an Bord ist unklar. Ein Offizier möchte sofort wenden, ein anderer würde die Sandbank ansteuern um das Schiff auf Grund zu setzen. Schließlich aber setzt sich der Kapitän durch. Er sagt, es gebe zu dem eingeschlagenen Kurs "keine Alternative". Dieser Kurs wäre quasi "alternativlos"...für mich das Unwort des Jahres 2012. Wie die Sache ausgeht, kann man sich denken. Die ganze Gurken-Truppe rauscht mit ihrem Dampfer in die ewigen Jagdgründe und das mit einer fast schon gespenstisch anmutenden Gelassenheit.

 

Der Untergang des Wohlfahrtstaats

Künftige Historiker werden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen um die Abläufe zu rekonstruieren, die zum Zusammenbruch der EU geführt haben. Noch länger wird es dauern, die Schuldfrage zu klären. Durchaus vergleichbar mit der Schuldfrage des Ersten Weltkriegs, über die noch heute nach fast 100 Jahren munter diskutiert wird. 

Da kann es nur heißen: "Die verbleibende Zeit bis zum Showdown klug nutzen". Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, woran unser Wohlfahrtstaat letztendlich zugrunde gegangen ist. Wie wäre es mit meiner ach so radikalen, extremen, subjektiven und natürlich auch fremdenfeindlichen Ansicht: An dem Versuch, ihn in einen Einwanderungsstaat umzuwandeln, also Wohlfahrt und Wohlstand für alle zu garantieren, unabhängig von Herkunft, Leistung und Mentalität. Das hat schon immer ganz gut funktioniert, so wie der Kommunismus in Osteuropa. Das funktioniert besonders gut wenn man sich selbst über Jahre hinweg, völlig realitätsresistent, in die eigene Tasche lügt. Schauen wir mal wie es auch funktionieren könnte. Werfen wir zuerst einen Blick über den großen Teich, will heißen in die USA. Erst einmal aber muss man den grundsätzlichen Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Modell begreifen. Wer in die USA einwandert, begibt sich in eine Gesellschaft, die den Migranten nur minimal fördert, dafür aber maximal fordert. Er ist praktisch von Anfang an auf sich selbst angewiesen. Kurzfristige Hilfe bekommt er nur von karitativen Organisationen oder von "Landsleuten", die vor ihm eingewandert sind.

 

Maximal gefördert, minimal gefordert

In Europa ist es genau umgekehrt. Der Einwanderer macht sich zuerst einmal mit der Wundertüte des Sozialstaates vertraut. Er wird maximal gefördert und nur minimal gefordert. Allein, dass ihm "abverlangt" wird, Deutsch zu lernen, wird schon als "Zwangsgermanisierung" kritisiert. Man muss sich das einmal aus der Perspektive eines Migranten vorstellen, egal ob er aus der osteuropäischen Ruinenlandschaft des Sozialismus, aus Anatolien oder dem Maghreb kommt, er erlebt eine Gesellschaft, in der über solche Absurditäten wie das Hausfrauengehalt und das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert wird. Er erlebt eine Gesellschaft, in der alleinerziehende Mütter es für selbstverständlich halten, dass sie vom Staat und nicht von den Vätern der Kinder alimentiert werden. In der ihm alle möglichen Hilfen und Beihilfen geradezu aufgedrängt werden, weil die hauptamtlichen Helfer Teil eines Apparats sind, der seine Existenz rechtfertigen muss, weil also die Helfer auf die Hilfeempfänger ebenso angewiesen sind wie umgekehrt.

(In ihren besten Tagen beschäftigte die Berliner Treberhilfe 300 Mitarbeiter, um 3000 Obdachlose zu betreuen, das heißt, jeder Helfer hatte zehn "Kunden", denen er seinen Job verdankte.)

 

Kurse lehren Hartz-IV-Bezug

Der Einwanderer erlebt eine Gesellschaft, die sich für alles verantwortlich erklärt und dabei ihre eigene "Willkommenskultur" dermaßen schrecklich findet, dass sie alles unternimmt, um die "Eingeborenen" davon zu überzeugen, dass sie den neu Dazugekommenen entgegen kommen sollten, denn: "Integration ist keine Einbahnstraße". Volkshochschulen bieten inzwischen kostenlose Kurse an, wie man im Dschungel des Sozialstaates am besten zurechtkommt: "Hartz IV und andere Ansprüche auf Unterstützung/ Welche möglichen sozialrechtlichen Ansprüche gibt es, und wie können diese geltend gemacht und durchgesetzt werden?". Tja. Ich schreibe mich nächste Woche in den Kurs "wie nutze ich allen steuerrechtlichen Schlupflöcher des deutschen Steuerrechts aus"...aber nein! Dann bin ich ja wieder einer der unsozialen, reichen Schnösel der auch noch so dumm ist jeden Tag in die Arbeit zu rennen.

 

Soziale Kosten der Einwanderung

Angesichts all dieser Aktionsangebote aus dem Supermarkt des Wohlfahrtstaates kann der Einwanderer gar nicht anders, als den Eindruck gewinnen, dass in dieser Gesellschaft das Geld auf den Bäumen wächst und dass man sich nur ein wenig recken und strecken muss, um es zu pflücken. Natürlich kommt die Bundesrepublik ohne Migranten nicht aus. Würden sie nur für einen Tag in den Streik treten, käme das öffentliche Leben zum Stillstand. In einer Gesellschaft, in der noch bis vor kurzem über die Einführung einer 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich geredet wurde, muss Arbeit "outgesourct" werden, entweder ins Ausland oder an Einwanderer. Was aber auf den ersten Blick kostengünstig erscheint, ist mit enormen Folgekosten verbunden. Bis jetzt haben nur die von Natur aus sparsamen Holländer den Versuch unternommen, einmal nachzurechnen, ob die "Einwanderung" die Gesellschaft tatsächlich bereichert. Das Ergebnis war ernüchternd. Die sozialen Kosten, die mit der Einwanderung verbunden sind, übersteigen bei weitem die wirtschaftlichen Vorteile. Da aber auch in diesem Fall die Kosten vergesellschaftet und die Gewinne privatisiert werden, wird sich an dem Verfahren wenig ändern.

 

Protestantische Ethik der Dänen

Allein Dänemark hat sein Sozialsystem gründlich reformiert, nachdem es gemerkt hat, dass rund 40 Prozent des nationalen Sozialbudgets an 4 Prozent der Population gehen, die aus Migranten besteht. Die Bezugsdauer von Sozialleistungen wurde verkürzt, die "Familienzusammenführung", also der Nachzug von Verwandten, wesentlich erschwert. Diese Reform brachte den Dänen vor allem von unseren gewählten Traumtänzern in Berlin den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus ein.

Anders als die Deutschen sind die Dänen aber eine ethnisch und kulturell ziemlich homogene Gesellschaft, in der auch ungeschriebene Regeln beachtet werden. Zum Beispiel die, dass es unfein ist, nicht zu arbeiten und anderen zur Last zu fallen. Bei aller Liberalität regiert in Dänemark und den anderen nordischen Ländern eine Arbeitsmoral, wie sie Max Weber in seinen Arbeiten über die protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus beschrieben hat. Diese Moral ist ziemliche rigide und nimmt auf individuelle Befindlichkeiten wenig Rücksicht. Aber sie verteilt die Lasten und Ressourcen gleichmäßig, beugt der Korruption durch Kontrolle und Transparenz vor und beweist die Richtigkeit der Marxschen These, dass Reichtum geronnene Arbeit ist.

 

Mediterrane Lebensweise mag lustiger sein

Niemand, der auch nur einen Tag in Neapel oder auf einer Ägäis-Insel verbracht hat, wird bestreiten, dass die südeuropäisch-mediterrane Palaver- und Kaffeehauskultur viel schöner und lustiger ist als die im Norden praktizierte Disziplin. Aber am Ende des Tages, wenn der Kellner die Rechnung bringt, muss die Zeche beglichen werden. Der wahnwitzige Versuch, die Lebensverhältnisse in Europa zu homogenisieren, hat dazu geführt, dass die Rechnung nicht bezahlt, sondern weiter gereicht wird, an die "reichen" Nachbarn im Norden. Die Geschichte wiederholt sich, diesmal in einem viel größeren Maßstab. Erst hieß es, die Einwanderung würde die Aufnahmeländer "bereichern", nun heißt es, die Kollektivierung der Schulden würde den Geberländern zugute kommen. Man müsse nur "mehr Europa wagen!"

 

Ein Orwellscher Trick

Das ist meiner Meinung nach der ultimative Sieg der Ideologie über den gesunden Menschenverstand. Ein Orwellscher Trick, wie ich ihn nur aus Diktaturen kenne, um Fiktionen am Leben zu erhalten. Na klar gewinnt keiner bei Olympia Goldmedaillen außer Nord-Korea! Und was sich wie ein Säuseln in weiter Ferne anhört, ist das Rauschen des Wasserfalls auf welchen unser Boot zusteuert und das immer lauter wird.

 

alles Weitere in Kürze auf diesem Sender,

Euer Bademeister

   
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